Blockseminar am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam
22.11., 28.11. und 29.11.2008
Das Seminar richtete sich besonders an Studierende der Kulturwissenschaften. Nach einer kurzen Einführung zu den Begriffen Multikulturalität, Interkulturalität, Transkulturalität, wurde das Konzept des Anderen aus einer historisch-soziologischen Perspektive heraus diskutiert.
Das Seminar bot allen Teilnehmern die Möglichkeit, Chancen und Konfliktpotentiale kultureller Unterschiede sowie den kritischen Umgang mit den eigenen (Vor-) Urteilen zu beleuchten. Hierzu wurden verschiedene theoretische Texte vorgestellt. Dabei waren die Konzepte des Eurozentrismus und Orientalismus und den daraus entstehenden Fragen nach der eigenen Verortung und dem Verständnis vom Eigenen und Fremden von zentraler Bedeutung.
Die Studenten hatten anschließend die Möglichkeit anhand konkreter Beispiele aus Literatur, Medien und Werbung die entsprechenden Wirkunsgmechanismen der ethnozentristischen Diskurse zu erarbeiten. Weiterführend hat sich die Gruppe auf der Grundlage der Rassismustheorie von Etienne Balíbar über Ursachen und den gesellschaftlichen Umgang mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verständigt. Dabei ist festzuhalten, dass die Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Fremden keineswegs klar auszumachen sind und Kulturen nicht als homogene Entitäten begriffen werden können.
Über Noah Sows “Deutschland Schwarz – Weiß” bis hin zu Sasha Baron Cohens Film “Borat” wurden verschiedene Perspektiven und vielfältige künstlerische Ausdrucksformen besprochen. Den Abschluss des Seminars bildete eine Auseinandersetzung mit Konzepten der Transkulturalität und Hybridität, die am Beispiel eines Textes des Schriftstellers Feridun Zaimoglu, der Musik von Miss Platnum und der Performance des Künstlers Guillermo Gómez-Peña diskutiert wurden.