Fearful Visions – Visionary Ideas

Fearful Visions—Visionary Ideas: Europe’s Youth on the Move

Die Angst geht um in Europa. Finanzkrise, Jugendarbeitslosigkeit, Migration und ökologische Katastrophen – wie gehen wir mit den Ängsten um, die diese Phänomene auslösen? 14 Tage, 20 Studierende und eine Vision – Europas Jugend mobilisiert ihre Ideen, um Europa die Angst auszutreiben. In einem Workshop und anschließender Wanderausstellung geben die jungen Europäer der Angst ein Gesicht und stellen sich einer gemeinsamen Zukunft in Europa.

Idee: Im März 2013 werden zwanzig Studierende aus verschiedenen Ländern Europas im Rahmen eines 14-tägigen Workshops in Berlin diskutieren, wie sie ihre Zukunft betrachten und wie sie den öffentlichen Raum gestalten können. Die Arbeit des Denklabors widmet sich der »Angst« als Analysekategorie der Bedürfnisse und Wünsche junger Europäer auf kollektiver und individueller Ebene. Es soll hierbei jedoch nicht darum gehen Szenarien der Angst zu entwerfen, sondern vielmehr Angst produktiv, bzw. kreativ nutzbar zu machen. Der Workshop soll demnach auch vermitteln, dass Angst eine anthropologische Konstante bildet, die in ihrer reellen, lebensweltlichen Ausprägung verdrängt wird und mehr denn je in abstrakten Ängsten (z. B. Paranoia) ihren Ausdruck findet. Jene Ängste erfahren eine Steigerung durch eine zum Teil politisch motivierte Rhetorik der Angst, die eine Kultur der Angst befördert, wie z. B. in den öffentlichen Debatten um die sogenannten PIGS-Staaten. Sie findet sich aber auch in der Angst vor der Überfremdung in Migrationsdebatten, die zumeist auf konkrete historische Narrative und »Figuren« zurückgeht. Das Projekt möchte herausstellen, dass Angst durchaus einen alltäglichen, kultur- und sozial übergreifenden Zustand bezeichnet und einen Aktivierungsmoment darstellt, der zugleich Möglichkeiten der Reflexion und Veränderung freisetzt. Des Weiteren kann Angst auch eine Folge von psychologischen Umbruch- und Grenzsituationen sein, die innerhalb des Workshops theoretisch und praktisch beleuchtet werden sollen. Die Auseinandersetzung mit der Angst lässt uns die Gegenwart besser verstehen und macht uns eben jene Angst machenden Strukturen bewusst, so dass wir sie im Sinne der aktiven Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft positiv nutzbar machen können.