Interkulturelle Gärten Marzahn
Nach dem Vorbild der New Yorker “Community Gardens” wollen Interkulturelle Gärten in Berlin städtische Brachen und freie Flächen für die Bewohner der Stadt gemeinschaftlich nutzbar machen. Die Interkulturellen Gärten bieten MigrantInnen die Möglichkeit, sich selbstständig ein kleines Stück der neuen Heimat “anzueignen” und nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Sprachschwierigkeiten, geographische Herkunft und sozialer Status sind zweitrangig, der Umgang mit Gartengerät und Pflanzen kann jedem gelingen.
Seit November 2005 gibt es den Garten an der Bebauungsgrenze von Marzahn, der auf dem Gelände einer ehemaligen Kindertagesstätte entstanden ist. Mit rund 5.000 Quadratmetern und zur Zeit 18 Parzellen, die jeweils 40 Quadratmeter groß sind, steht den GärtnerInnen in Marzahn reichlich Platz zur Verfügung. Hier arbeiten Marzahner, Spätaussiedler aus Russland sowie Rumänen mit Vietnamesen Seite an Seite. Sie werden darin von den Vereinen “Vision e.V.”, “Reistrommel e.V.” und der Lokalen Agenda 21 unterstützt, die dazu beitragen wollen, dass Menschen anderer Kulturen in Deutschland ihre Möglichkeiten einer selbstbestimmten Integration erweitern und verwirklichen können.
Wird begleitet von: Anja Steinmetzer und Nicola Bzowy
Mitmachzirkus Neukölln
Das Projekt richtet sich an die Neuköllner Grundschulkinder in den Quartieren. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Bevölkerungsanteil der Migranten in Nord-Neukölln in den Schulen 80-100 Prozent beträgt, ist das Ziel die Integration durch die Förderung von Selbstvertrauen und Stärkung der Persönlichkeit, das Wecken von Kreativität und Entdecken der eigenen Fähigkeiten von Kindern im Grundschulalter sowie die Förderung der gegenseitigen Akzeptanz.Im Rahmen von Workshopwochen werden den Grundschulkindern Kenntnisse der artistischen und tierkünstlerischen Darbietung (z.B. Bodenakrobatik, Orientalshow, Pferdevorführung) vermittelt. Entsprechend ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse werden sie in verschiedene Gruppen eingeteilt und erlernen dann mit den Zirkusartisten die einzelnen Darbietungen. Zum Ende der jeweiligen Workshopwochen findet eine abschließende Vorstellung durch die Kinder mit Unterstützung der Artisten statt. Insbesondere Eltern und Lehrer haben so die Möglichkeit das Erlernte zu bestaunen und die Fähigkeiten der Kinder zu erkennen.
In den Workshopwochen werden verschiedene Altersgruppen aus den unterschiedlichen Klassen einer Grundschule zusammengeführt, um die sozialen Kontakte zu unterstützen. Für eine nachhaltige Förderung wird an drei Tagen in der Woche ein Nachmittagsangebot zur Talentförderung angeboten.Im Rahmen des Projektzeitraumes Sommer 2006 bis 2008 können rund 11.000 Neuköllner Grundschulkinder erreicht werden.
Wird begleitet von: Ekaterina Malenkova und Jana Konieczny
Outreach Orientexpress
Dialog zwischen den Kulturen
Um etnische, religiöse und soziale Grenzziehungen zwischen MigrantInnen und der Mehrheitsgesellschaft zu überwinden wird es notwendig sein, dass sich beide Seiten auf konkrete Regeln im Umgang auf der Grundlage von Menschenrechten und Grundgesetz verständigen. Dies kann allerdings nicht ausschließlich durch einseitige Forderungen der Mehrheitsgesellschaft nach verstärkten Integrationsbemühungen seitens der MigrantInnen erreicht werden. Vielmehr geht es u.E. darum, einen Dialog in Gang zu setzen, der das Wissen und die Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensmodellen, gegenseitiges Verständnis im Alltag aber auch neue Gemeinsamkeiten fördert.
Das Projekt „Orientexpress” will hierzu einen Beitrag leisten. Unter dem Motto „miteinander, nicht übereinander reden” entwickelt das Projekt Angebote, die sich am Bedarf der jeweiligen Sozialräume orientiert. Grundlage der Bedarfsermittlung sind jahrelange Erfahrungen in Stadtteilen mit hohem Anteil an MigrantInnen.
Wird begleitet von: Fiona McPhee und Patrick Ewald
DanceArt-Performance
Beim Ansatz von DanceArt-Performance geht es nicht um Perfektion, sondern um Probieren, Testen, einem Schritt folgt der nächste. Das Ergebnis entsteht aus der Vielzahl der Versuche, geprägt von den Einflüssen der Teilnehmer. Die entstandenen Bewegungen werden zu einer Choreographie zusammengestellt und öffentlich präsentiert. Durch den kontinuierlichen Austausch mit Spartenübergreifenden Netzwerken entstehen moderne Tanzperformances.
Tanz zeigt sich als verbindendes Element zwischen Menschen und Kulturen: nonverbal, emotional und voller Freude.
Im Rahmen des Projekts zum Karneval der Kulturen (30.05.2008) erarbeiten wir in 6 Schulen mit ca. 75 Kindern afro-brasilianische Karnevalstänze.
Das Projekt wird gefördert durch das Quartiersmanagement Brunnenviertel-Ackerstraße und das Quartiersmanagement Richardplatz Süd.
Wird begleitet von: Anja Steinmetzer
Mädchen-Kultur-Treff Dünja
Dünja ist ein Ort für Mädchen und junge Frauen zwischen 10 und 20 Jahren insbesondere arabischer, türkischer und kurdischer Herkunft. Der Anstoß zu diesem interkulturellen Treffpunkt ging von arabischen Mädchen und jungen Frauen aus. Dünja will dazu beitragen, das Zusammenleben von Mädchen und jungen Frauen aus den verschiedenen Kulturen zu fördern und ihre Chancen in der Schule und der Arbeitswelt zu erhöhen.
Dünja bietet schulbezogene Mädchensozialarbeit an und hat ein offenes Türangebot. Mädchen und junge Frauen erhalten Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei Berufsfindung, bei Bewerbungen, Sprachförderung, Computer- und Internettraining. Sie erhalten Beratung und Hilfe zu allen ihren Anliegen und bei Problemen. Durch Gespräche über verschiedene Kulturen, unterschiedliche Traditionen und die Weltreligionen findet ein interkultureller Austausch statt. Kreative Projekte und Freizeitaktivitäten ergänzen das Angebot im Dünja. Wir bemühen uns Mitarbeiterinnen zu beschäftigen, die arabischer bzw. türkischer Herkunft sind. Die interkulturelle und sprachliche Kompetenz wird sehr geschätzt im Dünja-Team.
Dünja erhielt den Berliner Integrations-Sonderpreis des Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen im Jahr 2004 und den Integrationspreis des Bezirkes Mitte des Jahres 2004.
Wird begleitet von: Ulrike Eichman und Zoe Trimbur
Hinbun – Internationales Bildungs- und Beratungszentrum für Frauen und Familien
HÎNBÛN, bis dato eine fast rein kurdische Einrichtung, öffnete Anfang 1990 seine Pforten und Angebote Frauen jeglicher ethnischer Zugehörigkeit wie auch ihren Familien und erarbeitete interkulturelle Projekte und Kurse.
Dieser Wandel vollzog sich jedoch zunächst nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Für die Kurdinnen stellte HÎNBÛN einer der wenigen Orte dar, wo sie ein Stück ihrer kurdischen Kultur pflegen konnten. Die Vorstellung, ihnen würde auch diese Möglichkeit genommen, reaktivierte ihre Ängste. Für die Kurdinnen wie Kurden ist aufgrund ihrer Erfahrung in ihrer Geschichte der Kontakt mit fremden Kulturen mit Unterdrückung assoziiert.
Ziel der Arbeit von HÎNBÛN ist es, den Frauen zu vermitteln, dass viele ihrer Probleme die Probleme aller Frauen sind, egal welcher Herkunft und Nationalität, und dass gemeinsam Lösungen gefunden werden können. Frauen sollen sensibilisiert werden, dies zu erkennen und gemeinsames Handeln zu praktizieren. Im Laufe der 10-jährigen interkulturellen Arbeit hat sich gezeigt, dass dieser Ansatz für die kurdischen Frauen eine positive Lernerfahrung geworden ist. Durch den regelmäßigen Kontakt konnten erhärtete Vorurteile auf allen Seiten revidiert werden.
Wird begleitet von: Fiona McPhee
Kreuzberger Stadtteilzentrum
Ziel des Stadtteilzentrums ist es, generations-, geschlechts-, und kulturübergreifend für die Bevölkerung unseres Kiezes zu arbeiten, Treffpunkt und erste Anlaufstelle für All- tagsprobleme zu sein und damit das friedliche und verständnisvolle Zusammenleben der Kreuzberger BewohnerInnen zu fördern.
Seit 1998 ist das Nachbarschaftshaus Urbanstraße Träger des Kreuzberger Stadtteilzentrums.
Für die BewohnerInnen des Umfeldes halten wir Angebote bereit, die an ihren Bedürfnissen und Problemen orientiert sind. Hierzu gehören Gruppenaktivitäten, künstlerische Betätigungen und Kursangebote, Beratung sowie Unterstützung für Kiezaktivitäten und Initiativen.
In unserer Arbeit wenden wir uns an Frauen, Familien, Migranten und Senioren. Dies ist mit dem Ziel verbunden, ein nachbarschaftliches Unterstützungsnetz zu schaffen.
Wird begleitet von: Valentina Cristante und Fiona McPhee