Konzeption

Die Stadt ist eine Bühne für unterschiedliche Lebensstile und Moden und wird damit zu einem inter- und intrasubjektiven Erfahrungs- und Handlungsraum für ihre Bewohner, die jenen urbanen Raum durch vielfältige kulturelle Praktiken und künstlerische Ausdrucksformen gleichermaßen erleben und gestalten. In diesem Zusammenhang kann das ‘Eine’ bzw. das ‘Allgemeine’ nicht als gegeben betrachtet werden, sondern als hergestellt und im Modus des Prozessualen. Identitäten und Perspektiven werden immer wieder hinterfragt und neu konstituiert – nicht zuletzt duch die Kunst und die vielfältigen “Orte der Begegnung”.

Die Kunst und die Sichtbarmachung kultureller Vielfalt in Berlin sollen den Anstoß zu einer produktiven und kreativen Auseinandersetzung mit Differenz/Alterität geben. Das kulturpolitische Ziel des Projekts besteht somit in der Annerkennung von (kultureller) Differenz und der Vielfalt des kulturellen Ausdrucks.

Jene “Differenzsensibilität”, die der eigenen und fremden Andersheit Rechnung trägt, wird in der Kunst und im Dialog verhandelt und “übersetzt”. Das Projekt öffnet Räume und Kommunikationskanäle des interkulturellen und transkulturellen Dialogs und zeigt, dass die kulturelle und künstlerische Verständigung keineswegs entlang von Staats- und Bezirksgrenzen verläuft.

Ebenen der Auseinandersetzung

Künstlerische Auseinandersetzung

In diesem Zusammenhang sollen lokale Künstler im Zuge einer Ausschreibung Perspektiven eines diversen Zusammenlebens in Berlin aufzeigen. Für die Umsetzung kommen verschiedene Kunstformen wie Malerei, Fotografie, Videoinstallation, Literatur, Tanz und Film zum Einsatz.

Begleitung der KünstlerInnen

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit Studentinnen und Studenten der Hochschulen in Berlin/Brandenburg, die die künstlerische Arbeit begleiten und dokumentieren sollen. Die Künstler sind daher angehalten die Studenten in den jeweiligen Arbeitsprozess zu integrieren und sich auf eine konstruktive und intensive Kooperation einzulassen. Jeder Künstler/Künstlergruppe wird dementsprechend mit einer Gruppe (2-3 Studenten) aus den Bereichen Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft zusammenarbeiten. Die Form der Evaluation, bzw. Dokumentation der Kunstwerke ist den Studenten freigestellt und reicht von Rezensionen, über Portfolios, kurzen filmischen Beiträgen, Essays, Interviews bis zu Glossaren. In einer viertägigen theoretischen Einführung vor Projektbeginn sollen Grundlagen und Begrifflichkeiten, sowie organisatorische Fragen geklärt werden.
Innerhalb dieses Seminars soll Teilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, Chancen und Konfliktpotentiale kultureller Unterschiede sowie den kritischen Umgang mit den eigenen Vorurteilen zu beleuchten. Hierzu werden auch verschiedene theoretische Texte und Konzepte zur Diskussion herangezogen.

Mediale Aufbereitung

Ein dritter Schwerpunkt liegt auf der medialen Aufbereitung des Projekts:
Dies soll zum einen über die Erstellung eines Ausstellungskatalogs, der kurze Essays zu den „Orten der Begegnung” (siehe 4.) beinhaltet, geschehen, zum anderen über eine filmische Begleitung des Gesamtprojekts. Der Katalog wird von einer studentischen Gruppe in eigenständiger Arbeit entwickelt während ein professionelles Filmteam die filmische Dokumentation vornimmt. Beide Aufbereitungsformen werden während der dreitägigen Abschlußveranstaltung im Oktober 2009 in Berlin präsentiert.

Orte der Begegnung

Einen vierten Bereich bilden die „Orte der Begegnung” in Berlin. Hier sollen jene Berliner Projekte Aufmerksamkeit erhalten, die sich für einen interkulturellen Austausch und ein konstruktives Zusammenleben engagieren. Eine weitere studentische Gruppe soll jene Organisationen/Initiativen/Privatpersonen porträtieren um sie während der Abschlussveranstaltung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zumachen. Dies soll vor Allem durch Portfolios, Essays oder kurzen filmischen Beiträgen erreicht werden.

Zusammenfassend lässt sich das Projekt in vier Arbeitsbereiche unterteilen:

  1. Künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Interkulturalität und Diversity
  2. Begleitung der KünstlerInnen und ihrer Arbeiten (z.B. in Form von Portfolios, kurzen filmischen Beiträgen, Essays, Rezensionen, Interviews, Glossaren)
  3. Mediale Aufbereitung des Gesamtprojekts (Konzeption und Anfertigung eines Katalogs für die Abschlussveranstaltung, filmische Begleitung des Gesamtprojekts)
  4. Dokumentation und Präsentation von „Orten der Begegnung” in Berlin

Projektevaluation

Die studentischen Gruppen werden regelmäßige zweiseitige Zwischenberichte zum Stand der Einzelprojekte erstellen.
Projektbegleitend werden monatliche Salons ausgerichtet, die allen Teilnehmern die Möglichkeit bieten, sich kennen zu lernen und sich auszutauschen.
Die Ergebnisse der Einzelprojekte werden auf einer zweitägigen Veranstaltung im Oktober 2009 in Berlin präsentiert. In diesen Rahmen kommen unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft zusammen. Die erhofften Synergieeffekte sollen zu zusätzlichen weit reichenden Vernetzungen beitragen und neue Initiativen anregen.

Nachhaltigkeit

Ausgewählte Arbeiten der Künstler sollen über die Veranstaltung hinaus für einen längeren Zeitraum an einem öffentlichkeitswirksamen Ort ausgestellt werden. Des Weiteren haben die Teilnehmer des Projekts weiterhin jederzeit die Möglichkeit über einen vom Netzwerk erstellten Blog, aktuelle Themen der Interkulturalität und Diversität zu diskutieren.

Der Katalog, sowie die DVD über die Entstehung des Projekts, können nicht nur während der Abschlussveranstaltung erworben werden, sondern sollen auch weiterhin auf Anfrage zur Verfügung stehen.
Außerdem werden über die Website des Netzwerks alle Arbeitsschritte dokumentiert, um jungen Menschen einen Impuls und eine Anleitung zur Durchführung ähnlicher Projekte zu geben.
Alle Kooperationspartner erhalten zudem nach der Abschlussveranstaltung ein Info-Paket mit den gesammelten Ergebnissen des Projekts.